Opferperspektive einnehmen – ein erster Schritt zum Schutz der Menschenrechte

Die von uns begründet ausgesuchten und empfohlenen Filme sind aus unserer Sicht nicht einfach nur Unterrichtsmaterial, das in seiner Verwendung auf ein vorher festgelegtes ethisch-moralisches Lernziel abzielt. In den Filmen, wie auch in den entwickelten Arbeitsaufgaben, steht vor allem die Sichtbarmachung der von Gewalt und Diskriminierung Betroffenen im Fokus. Lernende sollen – so unsere Intention bei der Entwicklung der Broschüre – die Möglichkeit erhalten, sich diesen Menschen, ihrer Geschichte und im Konkreten ihrer Unrechtserfahrung anzunähern. Ihre Geschichte und ihr konkretes Leiden sind nicht bloßes Anschauungsmaterial oder didaktisches Mittel, mit dem Ziel Menschenrechte zu thematisieren, sondern es geht uns um sie als Menschen, denen hier in Deutschland schweres Unrecht widerfahren ist. Von den Menschenrechten ausgehend ist die Fokussierung der Menschen, deren Rechte verletzt und ihnen abgesprochen werden, eine notwendige pädagogische und politische Positionierung. Es geht um eine von Empathie und Interesse geleitete deutliche Hinwendung zu den Betroffenen und Opfern von Diskriminierung und Gewalt.

Vor diesem Hintergrund plädieren wir dafür, eben genau diese Filme zu zeigen und in einen menschenrechtlichen Kontext zu stellen, statt Filme auszuwählen, die um die Täter/innen kreisen. Dies ist nicht nur ein Signal an diejenigen, die sich als Anhänger/innen rechter Ideologie positionieren, sondern vor allem auch als solidarisches Zeichen an Jugendliche, die Minderheitengruppen angehören und damit häufig Diskriminierung erleben und potenzielle Zielscheibe rechter Angriffe sein können.