Verwendete Literatur

Amadeu Antonio Stiftung (2013): Staatsversagen. Wie Engagierte gegen Rechtsextremismus im Stich gelassen werden. Ein Report aus Westdeutschland, Berlin.
Michaela Köttig (2004): Lebensgeschichten rechtsextrem orientierter Mädchen und junger Frauen. Biografische Verläufe im Kontext der Familien- und Gruppendynamik, Gießen.
Heike Radvan (2013): Geschlechterreflektierende Rechtsextremismusprävention. Eine Leerstelle in Theorie und Praxis? In: Amadeu Antonio Stiftung/Heike Radvan (Hg.): Gender und Rechtsextremismusprävention, Berlin, S. 7-36.
Julia Stegmann (2010): Rechte im Film – Filme gegen rechts? In: Julius H. Schoeps/Gideon Botsch/Christoph Kopke/Lars Rensmann (Hg.): Politik des Hasses: Antisemitismus und radikale Rechte in Europa, Hildesheim/Zürich/New York, S. 243-255.

Fußnoten:
2 Regie Tony Kaye, USA 1998.
3 Die Schlüsselszene dieses Films ästhetisiert rechte Gewalt: Es wird der sogenannte Bordsteinkick gezeigt, ein Neonazi mit muskulösem nackten Oberkörper springt in Zeitlupe auf den Kopf eines Schwarzen, der auf dem Bordstein liegt, und zertrümmert dessen Kopf. Die Darstellung wurde in der Realität mehrmals »reinszeniert«, bekanntestes Beispiel hierfür ist der Mord an Marinus Schöberl im uckermärkischen Potzlow (siehe Filmempfehlung Der Kick ab Seite 35).
4 Der Begriff Rechtsextremismus lässt sich aus verschiedenen Perspektiven begründet kritisieren (vgl. Radvan 2013: 12ff). Wir haben uns dennoch entschieden, ihn hier im Sinne eines Sammelbegriffes für verschiedene politisch rechts gerichtete Einstellungen und Erscheinungsformen zu verwenden, mit dem das Spektrum des gewalttätigen Neonazismus ebenso wie der sich bürgerlich gebenden Neuen Rechten bezeichnet wird.
5 Vgl. hierzu die Studien zum Phänomen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit, Wilhelm Heitmeyer (2002-2011): Deutsche Zustände, Folge 1-10, Frankfurt am Main sowie die seit 2006 von der Friedrich Ebert Stiftung im Zweijahresrhythmus in Auftrag gegebenen »Mitte-Studien«. Aktuell vgl.: Oliver Decker/Johannes Kiess/Elmar Brähler (2012): Die Mitte im Umbruch. Rechtsextreme Einstellungen in Deutschland 2012, Bonn.
6 Vgl. u.a. das Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung.
7 Regie: Helmut Dietrich, Julia Oelkers, Lars Maibaum, BRD 1992.
8 Regie: Mark Saunders, S. Cleary BRD/GB 1993.
9 Kritisiert werden hier vor allem der Verzicht auf einen verbalen Kommentar, kritische Interviewfragen des Filmemachers sowie eine Kameraführung, bei der wenig Distanz zum Protagonisten eingenommen wird. Zudem wird der wiederholte Kamerablick von unten als Heroisierung der Hauptfigur interpretiert.
10 Regie: Winfried Bonengel, BRD 2002.
11 Regie: Mirko Borscht, BRD 2005.
12 Der Film wurde erstellt vom Medienprojekt Wuppertal. Bei der Uraufführung am 30.11.2010 überfiel eine Gruppe bewaffneter Neonazis die Veranstaltung. Die vermummten Angreifer warfen u.a. Steine auf das Gebäude und versprühten Pfefferspray. Zwei Security-Mitarbeiter wurden verletzt und mussten behandelt werden. Zum Vorfall und dem weiteren Kontext in Wuppertal vgl. Amadeu Antonio
Stiftung 2013, S. 11-16.
13 Einige aus dem Team kritisierten, dass auch in diesem Film die Zuschauenden kaum dazu angeregt werden, sich mit eigenen verinnerlichten Ungleichwertigkeitsvorstellungen, aber auch mit Handlungsmöglichkeiten gegen rechts auseinanderzusetzen. Dies geschieht im Film u.a. durch die Verortung der Handlung in einer als weitgehend »menschenleer« dargestellten ostdeutschen Provinz. Rassismus scheint hauptsächlich Sache der Neonazis zu sein. Dessen Darstellung als gesamtgesellschaftlich weit verbreitetes Problem gerate – so die Kritik – zu kurz. Denn er werde lediglich in einer kurzen Szene verhandelt, in der eine Passantin keinen Einspruch erhebt, als zwei Flüchtlinge an der Supermarktkasse von der neonazistischen Hauptfigur nicht bedient werden. Hier kommt allerdings auch – und das eröffnet Möglichkeiten für die pädagogische Thematisierung – das entwürdigende System der Wertgutscheine ins Bild, mit denen Flüchtlinge noch heute in vielen Landkreisen gezwungen sind, anstelle von Bargeld einzukaufen