Offenes Diskutieren über rechtsextreme Positionen?

Im Kontext des Themas Rechtsextremismus stellt sich die Frage, ob es so ohne Weiteres möglich ist, im Sinne emanzipatorischer Bildung mit dem Medium Film zu arbeiten: So stehen Pädagog/innen vor der Anforderung, menschenverachtenden Aussagen entgegenzutreten, sie als solche kenntlich zu machen und ihnen nachvollziehbar etwas entgegenzusetzen. Insofern lässt sich fragen, ob es hier in jedem Falle möglich ist, offene Fragen zu formulieren, und bei der Meinungsbildung uneingeschränkt und ergebnisoffen zu unterstützen. Vielmehr bedarf es seitens der Fachkräfte in der Praxis einer Konfliktfähigkeit und eines Engagements, sich mit diskriminierenden Äußerungen auseinanderzusetzen und sich zu positionieren. Es bedarf der Fähigkeit, menschenrechtliche Werte und Orientierungen so einzubringen, dass sie von Jugendlichen als Alternative wahr- und angenommen werden. Gleichzeitig – und hier liegt eine Motivation für dieses Filmheft – kann die Frage nach dem Wie emanzipatorischer Bildung in diesem Kontext auch mit der Filmauswahl bzw. der Form der Darstellung des Phänomens Rechtsextremismus im Film beantwortet werden.