Braune Kameradin ©Otto Belina

Kurzdokumentation, BRD 2010, 13 min,
Regie: Otto Belina, Andrea Röpke und Lars Boje

Zielgruppe: ab Klassenstufe 10/11

Wo erhalte ich den Film?
Bildungsvereinigung ARBEIT UND LEBEN / Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt / Onlineshop: www.arug.de

 

Braune Kameradin

Themen:
Frauen in der rechten Szene / Freie Kameradschaften/Freie Kräfte / Gemeinschaft deutscher Frauen / Neonazistische Codes und Symbole / Ring nationaler Frauen / Völkische Bewegung

 

Inhaltsangabe:
Wie aktiv sind Frauen in der rechten Szene? Diese Frage thematisiert die Kurzdokumentation Braune Kameradin. Sie stellt die Widersprüchlichkeit der Neonazi-Szene im Umgang mit weiblichen Anhängern heraus und gewährt einen Blick hinter die Kulissen einer nur scheinbar gleichberechtigt agierenden Szene. Trotz professioneller Aufmachung, Internetpräsenz und »modernem« Anschein sind Frauenfeindlichkeit, Gewalt und Unterdrückung dort an der Tagesordnung. Eine Aussteigerin, ehemals aktiv in einer »Mädel-Kameradschaft«, räumt mit der gesellschaftlich verbreiteten Vorstellung auf, Frauen seien harmloser als Männer. Sie berichtet, wie sie gezielt junge Menschen für die rechtsextreme Ideologie angeworben hat. Die Expertin Renate Feldmann vom »Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus« stellt neue rechte Frauenbilder vor. Obwohl die extrem rechte Szene immer noch eine Männerbastion ist, unterstützen Mädchen und Frauen maßgeblich die rassistische Ideologie und Gewaltbereitschaft, aber vor allem die kommunale Verankerung. Sie kandidieren für die NPD und organisieren Demonstrationen. Sie sind dabei, wenn rechte Kameraden aufmarschieren, sie gestalten Info-Tische, unterstützen den Wahlkampf und sorgen für eine »national gesinnte Kindererziehung«.

 

Was ist aus pädagogischer Sicht zu beachten?
Der Film ist komplex. Daher empfehlen wir, mit Fragekarten (s.u.) zu arbeiten. Bilden Sie sechs Kleingruppen und verteilen Sie die Fragekarten.

Bitten Sie die Schüler_innen, sich während des Films besonders auf die Person auf der Fragekarte zu konzentrieren. Anhand der Fragen sollen die Kleingruppen im Anschluss die jeweilige Person und ihre Familie vorstellen.


 

Film: Braune Kameradin


Arbeitsblatt 9

Auswertungsfragen:

  • Der Film konzentriert sich auf junge Mädchen und Frauen in der Neonazi-Szene. Wie hoch ist ihr Anteil innerhalb des rechten Spektrums, welche Zahlen werden im Film genannt? Sind diese Zahlen überraschend für Sie? Wenn ja, warum?
  • Erläutern Sie, welche Vorstellungen über Frauen und Männer und deren Geschlechterrollen in der rechten Szene existieren.
  • Beschreiben Sie, an welche Grenzen die Frauen in der Neonaziszene stoßen. Nennen Sie Beispiele aus dem Film.
  • Im Nationalsozialismus war das Bild der »deutschen Mutter« fester Bestandteil der Ideologie. Welche Anknüpfungspunkte zum Selbstverständnis extrem rechter Frauen heute werden im Film genannt?
  • Manche der Frauen im Film bezeichnen sich als »emanzipiert«. Nennen Sie Beispiele und erläutern Sie, was diese Frauen unter Emanzipation verstehen. Was verstehen Sie selbst unter Emanzipation und Geschlechtergerechtigkeit? Erläutern Sie, ob und wenn ja, inwiefern beides für Sie mit Demokratie im Allgemeinen zu tun hat.
  • Wie unterscheidet sich ein demokratisches Verständnis von Geschlechterrollen von einem rechtsextremistischen?
  • Der Film zeigt unterschiedliche Gruppen von Frauen innerhalb der rechten Szene. Beschreiben Sie, welche Merkmale genannt werden, an denen Frauen zu erkennen sind, die sich extrem rechts orientieren. Überlegen Sie, ob man dies verallgemeinern kann. Gibt es Aspekte, die Ihnen neben äußeren Attributen wie Kleidung, Frisur wichtig erscheinen?
  • Fassen Sie zusammen, wie Renate Feldmann vom »Forschungsnetzwerk Frauen und Rechtsextremismus« die rechtsextremen Frauenorganisationen charakterisiert.
  • Schildern Sie, was mit dem Begriff einer »nationalen Gegenkultur« als Zielsetzung gemeint ist.
  • Im Film wird eine Aussteigerin interviewt. Beschreiben Sie ihre Motive, warum sie in der rechten Szene aktiv war. Wie bewertet sie diese Zeit aus der Distanz nach ihrem Ausstieg?


Recherchefragen:

  •  Erklären Sie, was sich hinter den Begriffen »völkisch« oder »Volksgemeinschaft« verbirgt. Welche Rolle spielt die Volksgemeinschaft für die extreme Rechte? Erörtern Sie, ob diese Begriffe die gleiche Bedeutung haben wie im Nationalsozialismus.
  •  Erläutern Sie, mit welchen Schwierigkeiten die junge Frau konfrontiert ist, weil sie aus der rechten Szene aussteigen will. Welche Erfahrungen haben andere Aussteiger_innen gemacht? Recherchieren Sie unter: www.bpb.de, Dossier zum Thema Rechtsextremismus/ Frauen, Aussteigerinnen.

 

 

Arbeitsbogen hier herunterladen

 

Interviews und Artikel zum Film:

Esther Lehnert: „Gender“ und Rechtsextremismusprävention. Inputreferat im Rahmen eines XENOS-Workshops vom 26. – 27. Mai 2011.In: Dr. Ralf Melzer, Friedrich-Ebert-Stiftung, FORUM BERLIN Projekt Gegen Rechtsextremismus (Hg.) Expertisen für Demokratie 2.2011