Per la Vita ©Tanja Seider, Katharina Obens

Dokumentarfilm, BRD 2010, 60 min, Regie: Katharina Obens/Tanja Seider, Produktion: Katharina Obens /Auschwitz-Komitee in der BRD e.V. und Kontrastfilm

Zielgruppe: ab Klassenstufe 9

Wo erhalte ich den Film?
Gegen eine Bereitstellungspauschale können Hamburger_innen die DVD im Informationsladen der Landeszentrale für politische Bildung, Dammtorwall 1, 20354 Hamburg abholen. Telefon: 040. 42823 4802, geöffnet Mo-Do 13.30 bis 18.00 Uhr.
Alle anderen wenden sich bitte an:
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Per la Vita

Themen:
8. Mai 1945 / Auschwitz Komitee in der BRD / Gebirgsjägertreffen Mittenwald / Mädchenorchester von Auschwitz / MigrationRassismus / „Schulhof-CD“ / Shoah (Holocaust)

 

Inhaltsangabe:
Der Dokumentarfilm Per la Vita (Für das Leben) schildert die musikalische Zusammenarbeit zweier Bands ganz unterschiedlicher Herkunft und Generationen sowie verschiedener musikalischer Traditionen. Die deutsch-türkisch und deutsch-italienisch stämmigen Rapper Kutlu Yurtseven und Rossi Pennino von der „Microphone Mafia“ nehmen mit der Familienband „Coincidence“ von Esther Bejarano und ihren Kindern Edna und Joram das Hip-Hop-Album „Per la Vita“ auf. Die Kamera verfolgt die Zusammenarbeit der Bands über fast zwei Jahre, begleitet sie bei ihren Aufnahmen im Tonstudio und auf ihren Konzerttourneen, fängt die Atmosphäre auf der Bühne und bei den Proben ein.
Esther Bejarano ist Jahrgang 1924, sie wurde im Nationalsozialismus als Jüdin verfolgt und überlebte als Mitglied des Mädchenorchesters im KZ Auschwitz-Birkenau. Die musikalische Zusammenarbeit beider Gruppen richtet sich gegen rechte Jugendkultur und deren Strategien der Unterwanderung. Das Zusammentreffen der unterschiedlichen Kulturen, Generationen und Musikrichtungen birgt viel Diskussionsstoff. So entstand ein Film über die persönliche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und die Einwanderung nach 1945 in die Bundesrepublik, vor allem aber über die vielen verschiedenen Möglichkeiten und Wege, mit Geschichte und Geschichten umzugehen. Er zeigt auf eindrucksvolle Weise, wie Musik als Mittel zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit und gegen rassistische und rechtsextreme Tendenzen in der Gegenwart genutzt werden kann.

 

Was ist aus pädagogischer Sicht zu bedenken?
Für eine aktualitätsbezogene Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert ist der Dokumentarfilm Per la Vita überaus empfehlenswert. Esther Bejarano ist eine Frau, die sich einmischt, die Missstände wie Ausgrenzung, Gewalt und Rassismus deutlich beim Namen nennt und ihrem Gegenüber mit großer Offenheit und Herzlichkeit begegnet, was dazu führt, dass Jugendliche ihr Respekt entgegen bringen.

Die Filmemacherinnen Tanja Seider und Katharina Obens entwickelten gemeinsam mit anderen Pädagog_innen umfangreiches didaktisches Begleitmaterial zum Film, welches auf der DVD zu finden ist. Es bietet verschiedene Zugänge für die Nachbereitung des Dokumentarfilmes an: filmanalytische, biografische und thematische. Die vier Module

  1. Medienpädagogik: Interviewanalyse & Filmpraxis
  2. Musik als persönliches und politisches Ausdrucksmittel
  3. Rassismus / Antisemitismus / Mehrheitsgesellschaft
  4. Identität und Biografie: Esther, Edna, Joram, Kutlu, Rossi und Önder

sind keine abgeschlossenen Unterrichts- oder Workshopkonzepte, sondern beinhalten als „Bausteinkästen“ verschiedene Erarbeitungsvorschläge, die entsprechend der Interessen der Lerngruppe und der Unterrichtsziele miteinander kombiniert werden können.

Pädagogisches Material zum Dokumentarfilm „Per La Vita“: www.lernen-aus-der-geschichte.de



Film: Per la Vita


Arbeitsblatt 12

Auswertungsfragen:

  • Gibt es in diesem Film Aussagen oder erzählte Erfahrungen, die Euch beeindrucken?
  • Beschreibt Euren Eindruck von Esther Bejarano.
  • Fasst zusammen, was Ihr über ihr Leben und das ihrer Familie erfahren konntet.
  • Gebt ihre Situation im Mädchenorchester des KZ Auschwitz-Birkenau wieder.
  • Erläutert, welche Bedeutung die Musik im Leben Esther Bejaranos hat.
  • Stellt dar, welche Schlüsse Esther Bejarano aus ihrer Geschichte für ihr Leben zieht. Was denkt Ihr darüber? (Zitat: »Man kann nicht für die Zukunft lernen, wenn man die Vergangenheit vergisst«.)
  • Beschreibt, welchen Eindruck Ihr von Rossi Pennino und Kutlu Yurtseven gewonnen habt. Fasst zusammen, was Ihr über ihr Leben und die Einwanderungsgeschichte ihrer Familien erfahren konntet.
  • Wie beschreiben die einzelnen Protagonist_innen, wo sie sich zu Hause fühlen, was für sie Heimat bedeutet? Welche Gründe bestehen möglicherweise für ein unterschiedliches Verständnis?
  • Erläutert, welche Erfahrungen sie in Deutschland gemacht haben.
  • Erklärt, welche Berührungsängste zu Beginn des gemeinsamen Musikprojektes bestehen. Woher kommen diese Ängste? Wie verändern sie sich im Laufe des Projektes?
  • Erläutert, welche Bedeutung die Musik in diesem Projekt hat. Wie wird Musik als Mittel zur Auseinandersetzung mit der Vergangenheit genutzt? Wodurch haben »Coincidence« und »Microphone Mafia« zusammen gefunden. Was ist das Gemeinsame, Verbindende?

 

Arbeitsbogen hier herunterladen

 

Weiterführende Informationen zum Film, seinen Protagonist_innen und Themen:

“Wir leben trotzdem” – Vom Mädchenorchester in Auschwitz zur Künstlerin für den Frieden, eine Lesung von Esther Bejarano. Die Lesung kann auf dem Blog „Elalem: Die Welt / die Leute" angehört werden.

Kanak TV: „Kanak TV agiert dort, wo rassistische Hierarchien zur Norm erklärt werden“. Hier Clips online ansehen.

Informationen über Esther Bejerano

Microphone-Mafia bei myspace

Hip-Hop der Holocaust-Überlebenden. Interview mit Esther Bejerano.

Akkordeon und Antifaschismus. Großes Bundesverdienstkreuz für Esther Bejarano

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA e.V.)

Texte zum Thema Zeitzeug_innenchaft

Memorial und Museum Auschwitz Birkenau

Das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz

Esther Bejerano erwähnt in ihrem Bericht auch „Arbeitsführer Moll“. Das SS-Mitglied Otto Moll hatte zwischen 1941-1943 verschiedene leitende Funktionen im KZ Auschwitz. Er war für besonderen Sadismus gegenüber den Häftlingen berüchtigt.

Lieder aus dem Film:

Schir La Schalom

Avanti Popolo

To Sfaijo