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Todesopfer rechter Gewalt

In Deutschland wurden seit 1990 nach Zählungen der Amadeu-Antonio-Stiftung mindestens 183 Menschen getötet, weil sie gemäß rechter Feindbilder als minderwertig galten. Tatmotive waren und sind Rassismus und Antisemitismus, die sozialdarwinistische Verachtung von Wohnungslosen, Menschen mit Behinderung und Empfänger_innen von Sozialleistungen, der Hass gegen Linke und Demokrat_innen, Homo- und Transphobie sowie die Verachtung von Punks und anderen nicht rechten Jugendkulturen. Die meisten Todesopfer rechter Gewalt wurden aus einer rassistischen Tatmotivation ermordet.

Text von Julia Stegmann

 

Weitere Texte:
Chronik der Amadeo-Antonio-Stiftung: 183 Todesopfer rechtsextremer und rassistischer Gewalt seit 1990: www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/news/chronik-der-gewalt/todesopfer-rechtsextremer-und-rassistischer-gewalt-seit-1990


Die Wanderausstellung “Opfer rechter Gewalt“ erinnert an viele der Ermordeten: www.opfer-rechter-gewalt.de

Toralf Staudt: Ungezählte Opfer: www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/158530/ungezaehlte-opfer

 

Trauma

Als psychologisches, seelisches oder mentales ''Trauma'' (griech.) oder ''Psychotrauma'' wird in der Psychologie eine seelische Verletzung bezeichnet, die durch unterschiedlichste Ereignisse hervorgerufen werden kann. Medizinisch bedeutet der Begriff ‘‘Trauma‘‘ eine Verwundung, welche durch einen Unfall oder eine Gewalteinwirkung hervorgerufen wurde. Analog hierzu bezeichnet man in der Psychologie eine starke psychische Erschütterung, welche durch ein traumatisierendes Erlebnis hervorgerufen wurde, als ''Psychotrauma''. Der Begriff wird jedoch in der Psychologie nicht einheitlich verwendet und kann sowohl das auslösende Ereignis, aber auch die Symptome oder das hervorgerufene innere Leiden bezeichnen.

Diese Ereignisse können bei Menschen extremen Stress auslösen und Gefühle der Hilflosigkeit oder des Entsetzens erzeugen und zu einer tiefen Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses führen. Wenn diese erhöhte Stressspannung über längere Zeit bestehen bleibt und es keine Möglichkeit gibt, die Erlebnisse adäquat zu verarbeiten, kann es zur Ausbildung von teils intensiven psychischen Symptomen kommen. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kommt somit zu der schmerzlichen Erinnerung noch ein psychisches Krankheitsbild hinzu, welches zusätzliches Leid verursacht. Das bekannteste dieser Krankheitsbilder ist die sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS).

In der Alltagssprache kam es zu einer inflationären Verwendung des Begriffes, und häufig wird der Begriff des Traumas in Zusammenhang mit allen besonders negativen oder leidvollen Erfahrungen verwendet. In der medizinischen oder psychologischen Fachliteratur ist dieser Begriff jedoch wesentlich enger gefasst und bezieht sich ausschließlich auf Ereignisse, die psychische Folgestörungen auslösen könnten. Psychische Traumata stellen den wissenschaftlichen Gegenstand der Psychotraumatologie dar.

Fischer und Riedesser definieren Trauma in ihrem ''Lehrbuch der Psychotraumatologie'' (München, 1998, S. 79.) als: „[…] ein vitales Diskrepanzerlebnis zwischen bedrohlichen Situationsfaktoren und den individuellen Bewältigungsmöglichkeiten, das mit Gefühlen von Hilflosigkeit und schutzloser Preisgabe einhergeht und so eine dauerhafte Erschütterung von Selbst- und Weltverständnis bewirkt.“

Laut Klassifikation der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung (American Psychiatric Association) kann dann von Trauma gesprochen werden, wenn folgende Aspekte gleichzeitig vorliegen:

(1) die Person erfuhr, beobachtete oder war konfrontiert mit einem oder mehreren Ereignissen, die tatsächlichen oder drohenden Tod, tatsächliche oder drohende ernsthafte Körperverletzung oder eine Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit von einem selbst oder Anderen einschloss.
(2) die Reaktion der Person schloss starke Angst, Hilflosigkeit oder Grauen ein.


Ereignisse, welche häufig zu Traumatisierungen führen, sind beispielsweise:
Naturkatastrophen, Krieg, Kampfeinsatz, Folter, Vertreibung, terroristischer Anschlag, Vergewaltigung, Unfall mit drohenden ernsthaften Verletzungen, Traumata durch medizinische Eingriffe, sexueller Angriff oder sexualisierte Gewalt, Beobachtung des gewaltsamen Todes anderer, Tod der Eltern in der Kindheit, Verlust der geliebten Person und/oder der eigenen Kinder, lebensbedrohliche Krankheiten in der Kindheit, ausgeprägte emotionale oder körperliche Vernachlässigung in der Kindheit.

Text von Anne Thiemann (2013)

Quellen:
http://www.bdp-verband.de/psychologie/glossar/trauma.shtml
http://de.wikipedia.org/wiki/Trauma_%28Psychologie%29