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Deutsche Alternative (DA)

Die Deutsche Alternative (DA) war ab ihrem Eintrag in das Parteienregister 1990 eine offiziell anerkannte neonazistische Partei in der Bundesrepublik Deutschland. 1989 wurde sie im Umfeld der Freiheitlich Deutschen Arbeiterpartei, der zu dieser Zeit größten neonazistischen Organisation Deutschlands, gegründet. Die Deutsche Alternative sollte neben der parteipolitischen Vertretung neonazistischer Interessen der Kaderschmiede und der Ausweitung des neonazistischen Netzwerkes dienen. Sie hatte ihren Sitz in Cottbus und wurde 1991 durch den Bundesinnenminister mit der Begründung verboten,die DA sei eine rechtsextremistische Vereinigung.

Die DA stellte sich als „wirkliche Alternative“ innerhalb der Parteienlandschaft der Bundesrepublik Deutschland dar. Zu ihren Hauptforderungen gehörten u.a. die „Wiederherstellung des Deutschen Reiches“, die „Förderung eines gesunden Nationalstolzes“, die „konsequente Ausländerrückführung“, eine allgemeine „Nationalisierung deutscher Politik“ und der Austritt Deutschlands aus der Europäischen Gemeinschaft. Die Aktivität der DA beschränkte sich aber nicht auf Parteipolitik. Vielmehr stand die aktive Mobilisierung in SA-Manier für den Kampf gegen „das System“ und „die Ausländer“ im Mittelpunkt. Die DA war verantwortlich für den Aufbau von Wehrsportgruppen, die Organisation und Durchführung der Rudolf-Heß-Gedenkmärsche und veranstaltete neonazistische Konzerte.

In Cottbus war die Deutsche Alternative zwischenzeitlich – noch vor der SPD – die drittstärkste Mitgliederpartei. Gegen Ende ihres Bestehens zählte die Partei deutschlandweit etwa 700 Mitglieder und war durch Landesverbände in Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Sachsen, Berlin und Bremen vertreten.

Text von Gesine Lenkewitz 2013

Quelle:  apabiz – antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrumberlin e.V.: www.apabiz.de/archiv/material/Profile/DA.htm. Letzter Zugriff am 29.05.2013.

 

 

Der ewige Jude (Film)

Der Film "Der ewige Jude"

Der 1940 gedrehte Film "Der ewige Jude" war nach den Worten seines Regisseurs Fritz Hippler (1909-2002) eine "Symphonie des Ekels und des Grauens". Exakt beide Gefühlsregungen sollte der von Propagandaminister Joseph Goebbels in Auftrag gegebene "Dokumentarfilm" mit der Darstellung "typisch jüdischer Fratzen" beim deutschen Publikum erzeugen. Die Aufnahmen wurden zum größten Teil im Ghetto von Lodz gedreht, aber auch in Warschau, Krakau und Lublin. Die infolge der beengten Wohn- und schlechten Hygieneverhältnisse katastrophalen Lebensbedingungen in den Ghettos nach der deutschen Besetzung Polens dienten den Nationalsozialisten als Beweis eines angeblich unzivilisierten und daher minderwertigen Lebens der sogenannten Ostjuden. Jüdische Riten wie das blutige Schächten stellte "Der ewige Jude" als barbarisch und verabscheuungswürdig dar.

Der Film wollte den angeblich verderblichen Charakter der Juden aufdecken und mit gefälschten Statistiken ihre nach NS-Auffassung typischen Wesensmerkmale wie Kriminalität, Habgier, Schmarotzertum und Wucher beweisen. Beispiele von jüdischen Geschäftsleuten, Politikern, Künstlern und Wissenschaftlern sollten zeigen, wie die Juden heimlich ihre Macht auf der ganzen Welt ausdehnten. Mit der gleichnishaften Darstellung von wandernden Ratten mit in der Diaspora lebenden Juden assoziierte der Film eine zerstörerische Unterwanderung der westlichen Welt - und des deutschen Volks. Damit versuchte er, die Weltverschwörung durch das sich nur vordergründig anpassende "jüdische Parasitenvolk" und die Bedrohung für Deutschland zu offenbaren. Zum Schluss des Films propagierte daher eine zusammengeschnittene Version von einer Rede Adolf Hitlers im Reichstag am 30. Januar 1939 als Ausweg allein die "Vernichtung der jüdischen Rasse".

Durch Geschichtsfälschung und Verknüpfungen von nicht zueinander passenden Bildern wurden dem Zuschauer unter dem Deckmantel eines Dokumentarfilms antisemitische Vorurteile unterbreitet und mit einer für die damalige Zeit perfekten Technik der Eindruck von Realität vermittelt. Bei der Produktion hatten Goebbels als auch Hitler, der den Film mehrere Male ändern ließ, starken Einfluss genommen, um ihre Vorstellungen von antisemitischer NS-Propaganda durchzusetzen. Am 28. November 1940 lief "Der ewige Jude" in den deutschen Kinos an. Er war konzipiert als eine "dokumentarische Ergänzung" zu den ebenfalls 1940 anlaufenden antisemitistischen Filmen "Jud Süß" und "Die Rothschilds". Beim deutschen Publikum konnte "Der ewige Jude" aber nicht annähernd den Zuspruch der beiden Spielfilme erreichen und hatte nicht den Erfolg, den sich das NS-Regime von ihm erhofft hatte. Mit dem Film wollte die NS-Führung nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und mit der Verschärfung der Repressionen gegen Juden deren Ausgrenzung und Verfolgung als notwendigen Selbstschutz der deutschen Bevölkerung darstellen und in dieser antisemitische Vorurteile bekräftigen. Maßnahmen wie die Nürnberger Gesetze von 1935 und das Novemberpogrom von 1938 sollten nachträglich legitimiert und in der Bevölkerung Zustimmung für die beginnenden Deportationen der Juden erzielt werden. Als Pflichtprogramm für Polizei- und SS-Verbände, Spezialeinheiten der Wehrmacht sowie für die Wachmannschaften von Konzentrations- und Vernichtungslagern sollte "Der ewige Jude" mögliche Skrupel gegenüber einer Verfolgung von Juden und deren Ermordung beseitigen. (vk)

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des LeMo. www.dhm.de/lemo/html/wk2/kunst/ewigejude

Quelle und Copyright: Lebendiges Museum Online (LeMO) Deutsches Historisches Museum, Berlin

 

 

Deutscher Kolonialismus (in Afrika)

Deutscher Kolonialismus in Afrika. Aspekte einer Chronologie.

Koloniale Interessen
Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs 1871 unter Kaiser Wilhelm und Reichspräsident Bismarck wurde Deutschland zum Nationalstaat und im Zuge der Industrialisierung zur wirtschaftlichen Großmacht. In dieser Zeit waren es zunächst Industrielle, Kaufleute, Forscher, einzelne Politiker und seit den frühen 1880er Jahren auch die immer zahlreicher werdenden Kolonialvereine, die nach dem Beispiel Spaniens oder Portugals eine Notwendigkeit für die Gründung deutscher Kolonien sahen. Der Kolonialismus sollte die gesellschaftlichen Widersprüche und Konflikte ausgleichen, die sich aus der Der Film "Der ewige Jude"

Der 1940 gedrehte Film "Der ewige Jude" war nach den Worten seines Regisseurs Fritz Hippler (1909-2002) eine "Symphonie des Ekels und des Grauens". Exakt beide Gefühlsregungen sollte der von Propagandaminister Joseph Goebbels in Auftrag gegebene "Dokumentarfilm" mit der Darstellung "typisch jüdischer Fratzen" beim deutschen Publikum erzeugen. Die Aufnahmen wurden zum größten Teil im Ghetto von Lodz gedreht, aber auch in Warschau, Krakau und Lublin. Die infolge der beengten Wohn- und schlechten Hygieneverhältnisse katastrophalen Lebensbedingungen in den Ghettos nach der deutschen Besetzung Polens dienten den Nationalsozialisten als Beweis eines angeblich unzivilisierten und daher minderwertigen Lebens der sogenannten Ostjuden. Jüdische Riten wie das blutige Schächten stellte "Der ewige Jude" als barbarisch und verabscheuungswürdig dar.

Der Film wollte den angeblich verderblichen Charakter der Juden aufdecken und mit gefälschten Statistiken ihre nach NS-Auffassung typischen Wesensmerkmale wie Kriminalität, Habgier, Schmarotzertum und Wucher beweisen. Beispiele von jüdischen Geschäftsleuten, Politikern, Künstlern und Wissenschaftlern sollten zeigen, wie die Juden heimlich ihre Macht auf der ganzen Welt ausdehnten. Mit der gleichnishaften Darstellung von wandernden Ratten mit in der Diaspora lebenden Juden assoziierte der Film eine zerstörerische Unterwanderung der westlichen Welt - und des deutschen Volks. Damit versuchte er, die Weltverschwörung durch das sich nur vordergründig anpassende "jüdische Parasitenvolk" und die Bedrohung für Deutschland zu offenbaren. Zum Schluss des Films propagierte daher eine zusammengeschnittene Version von einer Rede Adolf Hitlers im Reichstag am 30. Januar 1939 als Ausweg allein die "Vernichtung der jüdischen Rasse".

Durch Geschichtsfälschung und Verknüpfungen von nicht zueinander passenden Bildern wurden dem Zuschauer unter dem Deckmantel eines Dokumentarfilms antisemitische Vorurteile unterbreitet und mit einer für die damalige Zeit perfekten Technik der Eindruck von Realität vermittelt. Bei der Produktion hatten Goebbels als auch Hitler, der den Film mehrere Male ändern ließ, starken Einfluss genommen, um ihre Vorstellungen von antisemitischer NS-Propaganda durchzusetzen. Am 28. November 1940 lief "Der ewige Jude" in den deutschen Kinos an. Er war konzipiert als eine "dokumentarische Ergänzung" zu den ebenfalls 1940 anlaufenden antisemitistischen Filmen "Jud Süß" und "Die Rothschilds". Beim deutschen Publikum konnte "Der ewige Jude" aber nicht annähernd den Zuspruch der beiden Spielfilme erreichen und hatte nicht den Erfolg, den sich das NS-Regime von ihm erhofft hatte. Mit dem Film wollte die NS-Führung nach Beginn des Zweiten Weltkriegs und mit der Verschärfung der Repressionen gegen Juden deren Ausgrenzung und Verfolgung als notwendigen Selbstschutz der deutschen Bevölkerung darstellen und in dieser antisemitische Vorurteile bekräftigen. Maßnahmen wie die Nürnberger Gesetze von 1935 und das Novemberpogrom von 1938 sollten nachträglich legitimiert und in der Bevölkerung Zustimmung für die beginnenden Deportationen der Juden erzielt werden. Als Pflichtprogramm für Polizei- und SS-Verbände, Spezialeinheiten der Wehrmacht sowie für die Wachmannschaften von Konzentrations- und Vernichtungslagern sollte "Der ewige Jude" mögliche Skrupel gegenüber einer Verfolgung von Juden und deren Ermordung beseitigen.

(vk) neue Absatzmärkte für deutsche Exportprodukte erforderlich seien und, dass Kolonien zusätzliche Möglichkeiten der Kapitalanlage (z. B. im Eisenbahn- oder Bergbau) bieten würden. Zudem wollte man billige Rohstoffe einführen. Ein einendes „Herrenmenschengefühl“ und die Teilhabe aller Deutschen an den neuen günstigen Produkten aus den Kolonien sollte soziale Konflikte innerhalb Deutschlands glätten. Die Ausbeutung der Kolonisierten, die für ihre Arbeit wenig bis keinen Lohn erhielten, bot neue Profitmöglichkeiten und sollte die deutsche Wirtschaft stärken.

Es mehrten sich die Stimmen, die forderten, dass das Reich bei der laufenden „Aufteilung der Welt“ nicht zurückstehen dürfe, sondern die Schwelle zur Weltmacht überschreiten müsse. Unterstützt wurden diese Forderungen durch unzählige Romane und Fortsetzungsgeschichten in Zeitungen, in denen die Kolonisation als fesselnde Abenteuererzählung dargeboten wurde. Diese Geschichten vermittelten ein Sendungsbewusstsein, mit dem die Deutschen geradezu verpflichtet wären, Afrika „kulturell“ zu missionieren. Viele Deutsche waren zur Auswanderung und zu einer Beteiligung an den kolonialen Eroberungen bereit: aus einem christlichen oder fortschrittsgläubigen Überlegenheitsgefühl, aus wirtschaftlicher Not oder aus Profitinteresse. Dass dieses koloniale Sendungsbewusstsein von der Minderwertigkeit der Kolonisierten ausging, wurde mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit hingenommen.

Die Politik der kolonialen Eroberung
Bismarck, der dem Plan zur Gründung deutscher Kolonien aus außenpolitischen und finanziellen Gründen anfangs eher ablehnend gegenüberstand, unterstützte ab 1884 die Kolonialbewegung. Er wollte die aktuelle weltpolitische Schwäche Englands und Frankreichs nutzen und versprach sich von seinem Engagement für deutsche Kolonien einen Wahlerfolg bei den bevorstehenden Reichstagswahlen. Auf der „Kongo-Konferenz“ in Berlin 1884 / 1885 sicherten sich die europäischen Kolonialmächte – darunter jetzt auch Deutschland – gegenseitige Gebietsrechte über afrikanisches Land zu. Fortan erteilte der Deutsche Kaiser „Schutzbriefe“ für die Gebiete Ostafrika (heute Burundi, Ruanda und Tansania), Südwestafrika (heute Namibia), Togo und Kamerun. Auf dieser Grundlage schlossen „Afrikaforscher“ und Kaufleute wie Adolf Lüderitz, Carl Peters oder Joachim Pfeil „Schutzverträge“ mit der Bevölkerung dieser Länder, indem die afrikanischen Gebiete zu „Schutzgebieten“ des Deutschen Reichs erklärt wurden.

1891 übernahm das Reich die Verwaltung dieser Kolonien. Die afrikanischen Gebiete wurden nun von deutschen Gouverneuren geführt, die der Kaiser ernannt hatte. Nach und nach wurde eine eigene koloniale Wirtschafts- und Sozialstruktur errichtet.

Zur kolonialen Verwaltung gehörte eine Steuer, die als „Hüttensteuer“ jedem Haushalt der einheimischen Bevölkerung auferlegt wurde. Bis dahin hatten sich die Menschen selbst versorgen können. Nun mussten sie sich in Arbeitsverhältnisse und damit Abhängigkeit von den KolonisatorInnen begeben. Mit den Steuern, die in Naturalien, Geld oder durch Arbeit auf Plantagen abgezahlt werden konnten, entstand ein Zwang zur Arbeit im Dienst der KolonialherrInnen. Gegen diese Steuer fanden bis 1901 bereits 25 Aufstände statt.

Widerstand gegen die Kolonialisierung
Im März 1905 wurde die „Hüttensteuer“ in Ost-Afrika zu einer „Pro-Kopf-Steuer“, was eine vielfache Erhöhung bedeutete. Um für die Steuer aufkommen zu können, musste ein Großteil der Bevölkerung auf Baumwollplantagen arbeiten – eine äußerst harte Arbeit, bei der viele Menschen starben. Im Juli 1905 gab es eine Rebellion auf einer der Plantagen, die sich zu einem offenen Kampf gegen die Kolonialherrschaft entwickelte. Die ersten Erfolge der Aufständischen bewirkten eine Ausweitung der Kämpfe auf den gesamten Süden sowie weitere Gebiete von Ost-Afrika. Die deutschen Truppen reagierten mit der „Politik der verbrannten Erde“: Sie brannten ganze Dörfer nieder, beschlagnahmten Vieh und Vorräte, vergifteten Brunnen und vernichteten die Ernten auf den Feldern. Damit entzogen sie der widerständigen Bevölkerung die Lebensgrundlage. 1906 galt der Aufstand offiziell als beendet – tatsächlich dauerten die Kämpfe noch bis 1908 an.

Den wohl größten Aufstand gegen die Kolonialherrschaft gab es in „Deutsch-Südwest“, als der „Schutzvertrag“ mit den dort lebenden Hereros gebrochen wurde, indem der Eisenbahnbau die Weideplätze der Hereros und damit ihre Lebensgrundlage zerstörte. Daraufhin griffen die Hereros 1904 deutsche Farmen und vereinzelt auch Militärstützpunkte an. Der Aufstand wurde brutal niedergeschlagen. General von Trotha erließ bereits 1904 den Befehl, alle Hereros innerhalb der deutschen Kolonie zu erschießen. 1907 war der Aufstand offiziell beendet – von etwa 80 000 Hereros hatten höchstens 15 000 überlebt. Lothar von Trotha schrieb in einem Brief: „Ich kenne genug Stämme in Afrika. Sie gleichen sich alle in dem Gedankengang, dass sie nur der Gewalt weichen. Diese Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben war und ist meine Politik. Ich vernichte die aufständischen Stämme mit Strömen von Blut und Strömen von Geld.“ (zitiert in: Schürmann)

Koloniale Expansion
Eine Reichstagsmehrheit aus SPD und Zentrum verweigerte infolgedessen 1906 ihre Zustimmung zu zusätzlichen Geldern für die Schutztruppen. Kaiser Wilhelm der II. antwortete darauf mit der Auflösung des Reichstags. Im folgenden Wahlkampf für den neuen Reichstag 1907 standen die Auseinandersetzungen um die Kolonien im Mittelpunkt. Letztlich gewann eine Koalition aus liberalen und konservativen Parteien – die für einen wirtschaftlichen Aufschwung in den Kolonien sorgen wollte.

1911 erreichte die koloniale Expansion des Reiches mit einer Vergrößerung der Kolonie in Kamerun ihren Höhepunkt. Die Bedeutung der überseeischen Gebiete für die Ansiedlung von Deutschen war allerdings vergleichsweise gering. Lediglich etwas mehr als 20 000 Deutsche lebten in den Kolonien, viele davon als Soldaten, Polizisten, Verwaltungsbeamte oder Missionare. Weitere arbeiteten als Pflanzer oder Farmer. Da es sich bei den Auswanderern zunächst mehrheitlich um Männer handelte, wurden Frauen gezielt angeworben – durch sie sollte der Anteil der weißen Bevölkerung in den Kolonien erhöht werden. Für Männer wie Frauen bedeuteten die Auswanderung und die Rolle als KolonialherrInnen einen gesellschaftlichen Aufstieg, verbunden mit wirtschaftlicher und persönlicher Macht über die Kolonisierten.

Das offizielle Ende der Kolonialzeit
Während des ersten Weltkriegs bzw. mit seinem Ende wurde die deutsche Kolonialherrschaft über die afrikanischen Gebiete beendet. Nach der Ausrufung der Republik im November 1918 wurde das Reichskolonialamt vom neuen Reichskanzler Friedrich Ebert (SPD) aufgelöst. Durch den Friedensvertrag von Versailles verlor das Reich im Juni 1919 offiziell alle Kolonien: „Art. 119. Deutschland verzichtet zugunsten der alliierten und assoziierten Hauptmächte auf alle seine Rechte und Ansprüche bezüglich seiner überseeischen Besitzungen.“

Damit war Deutschlands Kolonialzeit offiziell beendet – seine Kolonialisierungsbestrebungen allerdings längst nicht. Während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus arbeiteten und warben die Kolonialvereine weiter und forderten: „Deutschland muß – Deutschland wird wieder Kolonialmacht werden“ (Sondernummer „Kolonien“ der Zeitschrift Die Woche vom 16. 5. 1931). Und noch in den 50er Jahren existierte ein „Bund der Deutsch-Togoländer“, der den Plan hatte, Togo zu Deutschlands 12. Bundesland zu machen

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Bausteins zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit.

Der Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit mit Vorschlägen und Materialien für ein antirassistisches Mainstreaming kann unter folgender Adresse online genutzt oder bestellt werden: www.baustein.dgb-bwt.de

 


Weitere Materialien:
Hintergrundtexte und Rezensionen zum Thema Deutscher Kolonialismus: http://www.freiburg-postkolonial.de/Seiten/texte.htm

Schürmann, Felix : Deutscher Kolonialismus. www.stud.uni-hannover.de/user/67768/afrika/kolonialismus.html (Stand: 18. 03. 2003)

Deutscher Kolonialismus in Afrika. Aspekte einer Chronologie. In: Baustein zur nicht-rassistischen Bildungsarbeit. http://baustein.dgb-bwt.de/C3/DeutscherKolonialismus.html (Stand: 07.05.2013)


Literatursammlung zum Thema Kolonialismus: http://www.geschichte.uni-hannover.de/kolonialismus/litlinks5.html


Webmap Hamburg Global, ein Projekt des Eine Welt Netzwerks Hamburg, versammelt das Wissen von engagierten Vereinen, Initiativen und Einzelpersonen. Sie markieren auf dem Stadtplan Orte rund um die Themen Migration, Hafen und Handel, Postkoloniales und Energiepolitik. Die Spots verdeutlichen, inwieweit der Reichtum hier mit der Armut in vielen Ländern zu tun hat. Sie zeigen auch Ausgrenzung und Entwürdigung in Hamburg und beleuchten Initiativen, die dagegen etwas unternehmen: www.hamburg-global.de/v1.0/


Wuppertaler Initiative für Demokratie und Toleranz e. V. (Hg.):Deutscher Kolonialismus in Namibia - seine Geschichte und seine Spuren bis heute. Wuppertal: 2008 (Bericht/Dokumentation,Unterrichtsmaterial/Arbeitshilfe/Broschüre/CD, Loseblattsammlung www.vielfalt-mediathek.de/dx/public/ida/biblio._aWQ9MzAwOA_.html


Auf Anfrage organisiert Berlin Postkolonial e.V. postkoloniale Stadtrundgänge in Berlin-Mitte (Friedrichstadt oder "Afrikanisches Viertel"), die etwa 2-3 Stunden dauern und auch für Schulklassen und Jugendgruppen geeignet sind. www.berlin-postkolonial.de/cms/index.php?option=com_content&view=article&id=42:angebote&catid=24:verein


ZEIT für die Schule. Kolonialismus: http://blog.zeit.de/schueler/2012/03/30/kolonialismus/

 

 

Die Republikaner (REP)

Insgesamt etwa 11.000 Mitglieder haben die Republikaner (REP), die 1983 von zwei ehemaligen CSU-Bundestagsabgeordneten und dem Fernsehjournalisten Franz Schönhuber gegründet wurden. Das Parteiorgan "Der Republikaner" erscheint monatlich mit einer Auflagenstärke von 20.000 Exemplaren.

Spektakuläre Wahlerfolge erzielte die Partei 1992 bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg mit 10,9 Prozent und bei den Berliner Kommunalwahlen mit 8,3 Prozent. 1996 erreichten sie in Baden-Württemberg mit 9,2 Prozent erneut ein gutes Ergebnis. In anderen Bundesländern war und ist die Bedeutung der Republikaner bei Wahlen geringfügig. Bei den letzten Bundestagswahlen erhielt die Partei lediglich 0,6 Prozent der Wählerstimmen.

Der augenblickliche Parteivorsitzende Dr. Rolf Schlierer verfolgt eher einen rechts-konservativen Kurs und übt sich in Distanzierung von militanten Rechtsextremisten. Dieser Kurs ist allerdings bei der Parteibasis umstritten und wird von ihr durchaus ignoriert. Die Republikaner vertreten fremdenfeindliche und revisionistische Ideen. Auf den ersten Blick weniger konservativ: Die REPs begeistern sich nun für Umwelt- und Tierschutz (Eigendarstellung: Sozial - Ökologisch - Patriotisch). Es gibt allerdings inzwischen eine ausgeprägte rechte "Heimatschutz"-Szene, die damit angesprochen werden soll.

Quelle: http://www.mut-gegen-rechte-gewalt.de/service/lexikon/r/rep-die-republikaner